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Gewalt im Fussball

Gewalt bei Fussballspielen ist nicht neu: das Spiel wurde 1314 in England verboten, weil man Unruhen befürchtete. Gewalttätige Ereignisse im Fussball gab es auch schon um 1880. Die schlimmsten Jahrzehnte der Fussballgewalt waren die 1960er und 1980er Jahre, als sich Fans der gegnerischen Klubs bekämpften. Im Jahr 1985 kam es im Heysel Stadion zu einem Desaster im Cup-Finalspiel zwischen Juventus und Liverpool. 39 Juventusfans starben, als die Anhänger Liverpools einen Zaun durchbrachen und eine Panik verursachten in der viele Menschen niedergetrampelt wurden. Da man befürchtete, dass eine Spielabsage noch mehr Gewalt verursachen würde, begann man das Finale mit einer Verspätung. In der Folge wurden englische Klubs für einige Jahre von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Die englische Regierung begann die sogenannte „englische Krankheit“ zu bekämpfen.


Seit den 1980er Jahren haben bessere Kontrollen die Gewalt in englischen Stadien verhindert. Zu Gewaltausbrüchen kam es aber mehr in Pubs und in den Innenstädten vor oder nach dem Fussballspiel. In England sind die Fans in den Stadie abgetrennt und die Anhänger der Gastmannschaft werden im Stadion gehalten bis die Fans der Heimmannschaft das Stadion verlassen haben. Die Fans der Gastmannschaft werden zu ihren Transportmitteln von der berittenen Polizei begleitet. In vielen Stadien gab es mehr Sitzplätze und Zäune verhinderten, dass die Fans den Spielplatz betreten konnten. Durch Videoüberwachung konnte man gewaltbereite Hooligans besser in den Griff bekommen. In England wurden die Gesetze verschärft um die Verurteilten sogar lebenslänglich von den Fussballplätzen fernzuhalten. Polizisten in Zivil reisen mit den Fussballfans zu den Auswärtsspielen und beobachten deren Verhalten. Fans sollten einem Klub angehören und solche, die Ärger verursachen, können am Reisen gehindert werden.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Gewalt beim Fussball in Westeuropa gut kontrolliert, während in einigen osteuropäischen Ländern wie Serbien, Kroatien und Bulgarien die Hooligans mit rechtsstehenden politischen Verbindungen gemeinsame Sache machten. Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Fussballanhängern in Polen kam es auch zu Todesfällen wie in Krakau. In einigen dieser Länder werden Spieler mit einer dunklen Hautfarbe während des Spiels mit rassistischen Gesängen beleidigt.


Südamerika hat den Ruf noch grössere Gewaltausbrüche der Fussballfans zu kennen, mit Brasilien und Argentinien, die sich nicht nur in Spielen, sondern auch in der Anzahl Todesfälle rivalisieren. Eine Untersuchung in Argentinien brachte zu Tage, dass in den 1990er Jahren 40 Menschen bei Fussballspielen umgebracht wurden. Gangs wie „Barras Bravas“ kontrollieren die Strassen um die argentinischen Fussballstadien und organisieren Kämpfe zwischen den rivalisierenden Gruppen. Diese Gangs verlangen illegale Parkgebühren von den Besuchern und erpressen Spieler und Klubs. Einige der Organisationen haben Verbindungen zu hohen politischen Kreisen. Bei der Weltmeisterschaft von 2010 in Südafrika, hat die Polizei eine Gruppe der Barras deportiert um geplante Gewaltorgien zu verhindern. In Brasilien ist die Gewalt bei Fussballspielen von kriminellen Verbindungen organisiert, die auch im Drogenhandel tätig sind. Wahrscheinlich haben in keinem Land mehr Menschen bei Fussballgewalt den Tod gefunden wie in Brasilien. Seit 1988 wurden 155 Menschen umgebracht und oft werden dabei Schusswaffen verwendet.


Im 21. Jahrhundert hat die Gewalt im Fussball auch China erreicht, wo sie oft wegen gekauften Schiedsrichtern und abgesprochenen Spielresultaten der Wettmafia stattfindet. Nach einigen Spielen haben tausende von Fans Krawall gemacht, Fahrzeuge angezündet und die Polizei angegriffen.


Auch in Afrika kommt es oft zu Gewaltausbrüchen in den Stadien. In Ghana, Zimbabwe, Libyen, Südafrika und sogar Mauritius gab es Tote im Zusammenhang mit den Fussballspielen.

 

   

   
     
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